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Terminkalender-Apps: Fast wie ein Schwarzes Brett

Geht es um eine Terminabstimmung, greifen viele inzwischen zu ihrem Smartphone. Einige Kalender-Apps sind aber keine einfachen Terminkalender, sondern kleine Plaudertaschen.

Der offene Terminkalender

Ging es früher darum, einen freien Termin zu suchen, griff man in die Hand- oder in die Jackentasche und brachte ein kleines Büchlein zum Vorschein, den Terminkalender. Nur unter Freunden konnte es passieren, dass man seinen Terminkalender offen auf den Tisch legte, sodass auch das Gegenüber einen Blick auf die Terminlücken werfen konnte. Den Kalender einem Dritten hinüberzureichen, wäre undenkbar gewesen.

Heute ist das anders: So mancher hat einen offenen Terminkalender, in den Dritte schauen können. Allerdings geschieht das nicht bewusst, sondern ungewollt.

Smartphones ersetzen klassische Kalender

Besondere Vorsicht ist angezeigt, wenn das Smartphone, genauer gesagt eine Terminkalender-App, den Papier-Kalender ersetzt. Wie eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergab, verwenden aber mittlerweile acht von zehn Smartphone-Nutzern (83 Prozent) ihr Gerät als Kalender oder Terminplaner. Die meisten Smartphones nutzen dafür das Android-Betriebssystem. Dort gibt es als führende Kalender-App den Google-Kalender.

Die Google-Kalender-App hat viele auf den ersten Blick praktische Funktionen, die aber auf den zweiten Blick zeigen, wie stark die Daten im Terminkalender ausgewertet werden und wie leicht andere Personen Zugang zu ihnen bekommen könnten.

Nicht nur Google Now & Co. lesen mit

Google beschreibt die Funktionen seiner Kalender-App unter anderem so: Flüge, Hotel-buchungen, Konzerte, Tischreservierungen und andere Termine aus dem E-Mail-Dienst Gmail werden automatisch zum Kalender hinzugefügt. Mithilfe von intelligenten Vor-schlägen für Termintitel, Orte und Personen lassen sich neue Termine schnell erstellen. Man fügt Kollegen als Gäste hinzu, und der Google- Kalender hilft dabei, die besten Besprechungszeiten zu suchen.

Virtuelle Assistenten wie Google Now durchsuchen den Kalender und geben Hinweise, wann man aufbrechen muss, um rechtzeitig anzukommen. Gibt man an, an welchem Ort ein Termin stattfindet, bekommt man nicht nur passende Stadtpläne und Bilder des Ortes angezeigt, auch die Werbung passt zu den Terminen.

Diese Beispiele zeigen: Mit unbedachten Klicks könnten Kollegen, Kunden und andere Personen, die man trifft, ungewollt Einsicht in Termine bekommen. Anders als beim Termin-Büchlein befinden sich die Termindaten auf den Servern des Betreibers wie Google. Datenschutz-Einstellungen und eine genaue Durchsicht der Datenschutzerklärung und der Berechtigungen für die App sind bei einem Smartphone-Kalender absolute Pflicht. Sonst könnte der eigene Kalender zum Schwarzen Brett im Internet werden.