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Siri: Assistentin oder heimliche Datensammlerin?

Smartphones sind nicht nur Mini-Computer, mit denen man auch telefonieren kann. Smartphones haben das Zeug zum persönlichen Assistenten. Die Frage ist nur, wie vertrauenswürdig dieser Assistent ist.

Schon wieder den Zug verpasst

Der Weg zum Bahnhof hat länger gedauert als gedacht, leider war in der Innenstadt für das Taxi kein Durchkommen. Gerade am Gleis angekommen, sehen Sie, wie Ihr gebuchter Zug abfährt. Da ist der Ärger groß, wäre man doch früher zum Bahnhof aufgebrochen! Doch woher hätten Sie auch wissen sollen, dass es zu knapp ist? Die Antwort lautet: von Ihrem Smartphone! Ob Sie ein Android-Smartphone, ein Smartphone mit Windows 10 oder ein iPhone nutzen: Jedes mobile Betriebssystem bringt inzwischen eine Applikation mit, die sich als virtueller persönlicher Assistent bezeichnen lässt. Die entsprechenden Apps heißen Google Now, Cortana oder Siri.

„Es wird Zeit, aufzubrechen“

Unter bestimmten Voraussetzungen kann Ihr Smartphone Ihnen tatsächlich sagen, dass Sie früher los müssen, um Ihren Zug noch zu bekommen. Dazu nutzen Smartphones bzw. Siri, Cortana oder Google Now die Informationen über Ihre geplante Zugfahrt, Ihren aktuellen Standort, Ihr bevorzugtes Transportmittel und die aktuelle Verkehrslage vor Ort. Ihr virtueller Assistent berechnet den Zeitpunkt, an dem Sie zum Beispiel mit dem Taxi starten müssen, erinnert Sie daran und liefert auch gern die Nummer des nächsten Taxiunternehmens, auf Wunsch ruft Ihr Assistent sogar direkt für Sie an. Sie müssen nur noch das Telefonat führen und ins Taxi steigen.

Assistenz ist eine Vertrauensstellung

Keine Frage, so eine virtuelle Assistenz ist auf den ersten Blick eine feine Sache. Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter hat plötzlich den Service, den sonst nur die Chefetage kennt, so scheint es. Allerdings ist die Assistenz eine App und keine speziell ausgewählte, zuverlässige Person des Vertrauens. Siri, Cortana und Google Now haben enorme Kenntnisse über Sie als Nutzer, damit sie so hilfreich sein können.

Was können die Assistenten?

Ihre aktuellen Standortdaten sind nur ein Beispiel, der Zugriff auf Ihren Terminkalender, Ihre Kontakte und persönlichen Vorlieben sind weitere. Andere Beispiele für praktische, aber nicht wirklich harmlose Funktionen der Assistenz-Apps sind die personalisierten Hinweise, wenn der Verkehrsstau ein früheres Aufbrechen notwendig macht (Sie werden geortet), wenn sich das Abfluggate ändert (Ihre Reisepläne werden durchsucht) oder wenn der Wecker automatisch zur richtigen Zeit klingelt (Ihr Assistent kennt Ihren üblichen Tagesablauf). liegen. Auch wenn sie dort verschlüsselt gespeichert sind (was zu hoffen ist), besteht die Löschverpflichtung, wenn es keine rechtlichen oder vertraglichen Gründe mehr dafür gibt, sie aufzubewahren. Deshalb: Vergessen Sie das Löschen nicht!

Vertrauen Sie den Assistenz-Apps zu viele Daten an?
 Testen Sie sich!

Frage: Ihr Smartphone erinnert Sie an Ihren Hochzeitstag. Woher hat das Smartphone diese Information? Wenn ich den Hochzeitstag nicht im privaten Kalender vermerkt habe, kann es das nicht wissen. Die Assistenz-App könnte meine E-Mail an meine Tochter gelesen haben, in der ich über die geplante Überraschung zum Hochzeitstag etwas geschrieben habe.

Lösung: Die Antwort b. ist richtig. Wenn Sie nicht verhindern, dass Ihr virtueller Assistent Ihre E-Mails auswertet, findet er auch dort Ihre Hinweise auf Termine und wertet sie aus. Achten Sie auf die Datenschutz-Einstellungen der entsprechenden App.

Frage: Sie haben die GPS-Ortung bei Ihrem Smartphone deaktiviert. Trotzdem scheint ihre Assistenz-App zu wissen, wo Sie gerade sind. Wie kann das sein? Die Assistenz-App kann auch das genutzte WLAN oder die aktuelle Mobilfunkzelle für die Ortung auswerten. Überhaupt nicht, ohne GPS-Daten kann ich nicht geortet werden.

Lösung: Die Antwort a. ist richtig. Je nach Datenschutz-Einstellung können auch Ihre Netzwerk-daten Ihren aktuellen Standort verraten. Beschränken Sie die Zugriffsrechte der Assistenz-App, sodass das von Ihnen gewünschte Datenschutzniveau tatsächlich auch vorhanden ist. Vermeiden Sie also zum Beispiel die Ortung über die Netzwerkanalyse durch die App, wenn Sie Ihre aktuelle Position nicht in eine Cloud übertragen wollen.