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Mobile Daten löschen – was funktioniert wirklich?

Wird ein Smartphone ausgemustert, versuchen viele Nutzer, ihre alten Daten durch Zurücksetzen des Geräts zu löschen. Leider funktioniert das oftmals nur teilweise. Ergebnis: Vertrauliche Daten bleiben zurück.

Handy-Recycling kann zum Datenleck werden

Etwa 100 Millionen Alt-Handys liegen ungenutzt in deutschen Haushalten. Ihre früheren Nutzer haben sich für ein neueres Modell entschieden. Da erscheint es sinnvoll, die Altgeräte anderweitig zu verwenden oder aber einem Recycling zuzuführen. Bevor Sie aber ein Smartphone oder Handy entsorgen oder einem Dritten geben, müssen Sie die noch brauchbaren Daten darauf zur weiteren Verwendung sichern und alle anderen Daten löschen. Der übliche Sicherheitshinweis in diesem Fall lautet, das mobile Endgerät auf den Werkszustand zurückzusetzen. Das soll sämtliche Datenspuren vernichten. Tatsächlich aber können große Teile des mobilen Datenbestands übrig bleiben und unter Umständen von Unbefugten missbraucht werden.

Neue Studie belegt Löschprobleme bei Smartphones

Forscher der Universität Cambridge haben herausgefunden, dass die Funktion „Zurück-setzen“ (Factory Reset) bei vielen Android-Smartphones nicht richtig funktioniert. Betroffen sind insbesondere Smartphones, die mit einer Android-Version unter 4.4 laufen, und das sind weltweit mehr als 500 Millionen Geräte. Die Sicherheitsexperten bemerkten bei ihren Tests, dass die Speicher der Geräte nach dem Zurücksetzen nicht vollständig geleert waren. Tatsächlich fanden sie auf den gebrauchten Smartphones noch Bilder, Kontaktdaten, Passwörter, mitunter sogar Bankverbindungen der Vorbesitzer. Aus dem Handy-Recycling wird dann die ungewollte Weitergabe vertraulicher Daten.

Selbst Löschfunktionen von Security-Apps arbeiten teils lückenhaft

Nutzer, die besonders vorsichtig sind und nicht nur auf das Zurücksetzen auf den Anfangszustand des Geräts vertrauen, verwenden oftmals die Löschfunktionen ihrer Security-Apps. Diese Löschfunktionen versprechen

  • das sichere Löschen des kompletten internen Speichers,
  • das Löschen der Speicherkarte oder auch
  • das gezielte Löschen vertraulicher Informationen, wie zum Beispiel der heruntergeladenen Online-Kontoauszüge.

Aktuelle Android-Versionen oder professionelle Lösch-Apps

Erst Smartphones mit einer Android-Version ab 4.4 oder 5.0 zeigten die Löschergebnisse beim Zurücksetzen, die ein Nutzer von der entsprechenden Funktion auch erwarten würde. Welche Lösch-Apps im Test nur unvollständige Ergebnisse erzielten, können interessierte Leserinnen und Leser in der Studie aus Cambridge erfahren. Generell lässt sich sagen, dass professionelle Lösch-Apps, die nur eine Löschfunktion anbieten, eher einen Löscherfolg versprechen als Antivirus-Apps, die Löschen als eine Funktion von vielen aufweisen.

Die Lösung: ein neues Gerät?

Da viele Android-Smartphones keine Möglichkeit bieten, auf die aktuelle Android-Version zu wechseln, könnte man geneigt sein, sein altes Smartphone aufzugeben und auf ein neueres Modell zu wechseln, da es dann besser mit dem Löschen und Zurücksetzen klappt. Aber Vorsicht: Denken Sie daran, dass Ihr altes Gerät trotzdem vorher wirklich sauber gelöscht werden muss!

Ist Ihre Datensicherung komplett? Testen Sie sich!

Frage: Für das Backup bei Smartphones reichen die zusätzlichen Speicherkarten im mobilen Endgerät. Stimmt das?

  1. Ja, denn dadurch sind die Daten an zwei Stellen gespeichert: im internen Speicher des Smartphones und zusätzlich auf der Speicherkarte.
  2. Nein, denn wenn das Smartphone verloren geht, ist auch die Speicherkarte verloren.

Lösung: Die Antwort 2. ist richtig. Das Backup muss getrennt von dem primären Speicherort erfolgen, also nicht etwa auf dem gleichen Gerät.

Frage: Regelmäßige Backups sind das A und O. Wichtig ist, dass die Datensicherung häufig genug erfolgt. Stimmt das?

  1. Ja, die Häufigkeit der Backups ist sehr wichtig.
  2. Ja, das stimmt. Zusätzlich müssen Backups aber auch vollständig sein.

Lösung: Die Antwort 2. ist wieder richtig. Bei der Datensicherung entscheidet nicht nur die Frequenz, also die Häufigkeit der Backups, sondern auch die Vollständigkeit, also die Berücksichtigung aller relevanten Verfahren, Geräte und Speicherorte.

Frage: Wer seine Daten an möglichst vielen Stellen verteilt, erleichtert die Datensicherung, denn so gibt es viele Datenkopien. Stimmt das?

  1. Nein, verstreute Daten erschweren die Datensicherung und sind eine Entwicklung, die es zu vermeiden gilt.
  2. Ja, viele Datenkopien erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass es zu keinem vollständigen Datenverlust kommt. Eine Kopie bleibt in der Regel immer erhalten.

Lösung: Die Antwort 1. ist richtig. Datensicherung bedeutet nicht, möglichst viele Kopien der Daten an beliebigen Stellen zu speichern. Datensicherung bedeutet vielmehr einen genau definierten Prozess, bei dem Kopien der zu sichernden Daten an kontrollierter, sicherer Stelle vorgehalten werden.